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Pelmeni, Wareniki und Piroggen – Verwirrung um osteuropäische Teigtaschen

Vegane Sauerkraut-Pelmeni in BrüheUnter dem Weihnachtsbaum lagen bei mir dies Jahr eine Pelmeniform namens Pelmeniza und ein Ravioli-/Teigtaschenformer. Sehr tolle Geschenke, über die ich mich sehr gefreut habe – danke nochmal! 🙂

Mit den Zweien kann ich nun einerseits viele kleinere Teigtaschen mit der Pelmeniform (37 Stück!) gleichzeitig machen kann, sowie auch für andere Gelegenheiten mit der Ravioliform einzelne größere Teigtaschen machen. Man kann natürlich Ravioli auch ohne diese Form machen (erkläre ich auch später nochmal, aber ich find es trotzdem praktisch).

Bei der Pelmeniform gab es eine Bedienungsanweisung, die allerdings den Schritt der Füllung einfach beschreibt mit: „In diese Löcher wird gehacktes Fleisch gesetzt.“

Hmm, nicht gerade das, was mir vorschwebte.

Also habe ich mich über Pelmeni und seine Verwandten informiert und hier für euch eine kurze Zusammenfassung:

Pelmeni, ein Nationalgericht in Russland und der Ukraine, sind mit Hackfleisch gefüllte Teigtaschen, die in einer Brühe gekocht werden und gerne mit Schmand (Smetana) gegessen werden.

Ravioli (Sauerkraut-Wareniki bzw. Piroggen)Die russischen Pelmeni entsprechen den polnischen Piroggen (oder Pierogi) und ähneln den georgischen Teigtaschen namens Chinkali.

Der kleine Unterschied zu den polnischen Piroggen ist, dass deren Bezeichnung auch für andere Füllungen gilt, z.B. Quark, Käse, Kartoffeln, Pilze und Sauerkraut sowie süßen Varianten wie z.B. Obst.

So etwas gibt es natürlich auch in Russland und der Ukraine, jedoch nicht als Pelmeni, sondern unter den Namen Wareniki und sind meist etwas größer als Pelmeni. Traditionell isst man Wareniki mit Butter und Schmand.

Wer jetzt ganz verwirrt ist und schon etwas Hunger hat, der sei jetzt erlöst.

Ist ja prinzipiell auch egal, wie sie nun alle heißen (Ravioli, Tortellini, Maultaschen und Manti gbit es ja z.B. auch noch…).Bei mir gab es keine Teigtaschen mit Fleischfüllung (bzw. vegane Varianten mit Tofu oder Seitan), sondern mit einer leckeren Sauerkrautfüllung. So etwas habe ich vor Ewigkeiten mal gegessen und war damals überrascht, wie lecker das ist. Ansonsten kann man auch super Wareniki mit Kartoffelfüllung machen. Probiert doch auch mal die Sauerkraut-Teigtaschen aus – es lohnt sich wirklich!

Zutaten für 4-5 Personen:

Pelmeniform mit Teig (für Sauerkraut-Wareniki)Teig:

500 g
Mehl (405)
250 mL
Wasser
2 EL
Olivenöl
1/2 EL
Salz

Füllung:

250 – 350 g
Sauerkraut
1
Zwiebel
1
Möhre
1/2 TL
Zucker
Salz, Pfeffer
Öl zum Braten
Dauer:
Ca. 2 h

Zubereitung:

Zuerst erfolgt die Herstellung des Teigs:

Ca. 2/3 des Mehles mit Salz, Öl und Wasser verrühren und verkneten, portionsweise das restliche Mehl dazugeben und z einem glatten Teig verkneten. Das dauert mit der Hand ca. 10 bis 15 Minuten. Falls der Teig noch sehr klebrig, etwas Mehl dazugeben.

Teig in Klarsichtfolie verpacken und beiseite stellen.

Im nächsten Schritt wird die Füllung vorbereitet:

Währenddessen eine Zwiebel fein würfeln und die Möhre waschen und raspeln.Öl in einer Pfanne erhitzen.

Die Zwiebel glasig anbraten, Möhre kurz mitbraten.Nun das Sauerkraut hinzufügen (ggf. vorher Flüssigkeit abgießen) und bei geringer Hitze ca. 5 bis 10 min schmorren lassen und mit Salz, Pfeffer und  Zucker würzen.

Wenn man Teig und Füllung hat, kann die Herstellung der Teigtaschen erfolgen, hierzu habe ich euch drei Möglichkeiten aufgeschrieben, mit einer Pelmeniform, bei der man viele Teigtaschen gleichzeitig formt, der Ravioliform, für jeweils eine Ravioli sowie auch die Variante ohne Hilfsmittel.

Teigtaschen herstellen 1: Die Pelmeniform

Sauerkraut-Pelmeni vorm Kochen Wer – wie ich – eine Pelmeniform hat, rollt den Teig dünn aus, so ca. 2 mm dick. Der Teig wird dann auf die mit Mehl bestäubte Pelmeniform gelegt.

Die Füllung gibt man von oben vorsichtig auf die Löcher und drückt sich leicht hinein. Hierbei aufpassen, damit der Teig nicht reißt!Ist man damit fertig, gibt man auf darauf noch eine zweite Lage des ausgerollten Teiges und rollt nun mehrfach mit dem Nudelholz darüber, damit die zwei Teighälften gut zusammengedrückt werden.

Zudem werden die einzelnen Pelmeni ausgestanzt, so dass man den überschüssigen Teig entfernen kann.

Wenn man nicht – wie ich – zu viel Füllung verwendet hat, kann man jetzt die Form umdrehen und die Pelmeni fallen von selbst raus. Klappt das nicht, vorsichtig mit Daumen, Löffel o.ä. nachhelfen.

Zum Schluss lässt man die Pelmeni einige Minuten in heißer Brühe ziehen, bis sie an die Oberfläche kommen. Am Besten nicht zu viele auf einmal, damit die Teigtaschen nicht zusammen kleben.

Die Pelmeni schmecken gut mit gebratenen Zwiebeln und veganem Sauerrahm oder auch geschmolzener Margerine. Alternativ kann man die Teigtaschen auch in Brühe servieren.

Teigtaschen herstellen 2: Die Ravioliform

Ravioli-Form: Vegane Wareniki (oder Piroggen) mit Sauerkraut

Genau wie bei Variante 1 wird der Teig dünn ausgerollt. Mit Hilfe der Ravioliform sticht man Kreise aus dem Teig aus. Die Kreise legt man wieder in die Form, gibt es Füllung in die Mitte und drückt die Form zusammen.

Im Vergleich zur Pelmeniform gibt es bei meiner Ravioliform größere Teigtaschen, wodurch ich etwas mehr Füllung benötige.Der Rest erfolgt wie bei Variante 1.

Teig taschen herstellen 3: ohne Form

Wer sich keine Form zulegen möchte, kann natürlich auch ohne besondere Hilfsmittel Teigtaschen (Wareniki, Piroggen, Ravioli, …) herstellen.

Hierzu kann man mit einer Tasse oder einer kleinen Schüssel Kreise aus dem ausgerolltem Teig ausstechen. In die Mitte gibt man etwas Füllung. Daraufhin klappt man den Kreis zu einem Halbkreis zusammen und drückt die Ränder mit einer Gabel zusammen.

Fazit zu den verschiedenen Techniken/Formen: 

Lecker war definitiv alles.

Wenn man zum ersten Mal mit der Pelmeniform arbeitet, ist es relativ schwierig, die Füllmenge gut abzuschätzen. Bei mir hat es so relativ lange gedauert, und war auch ne kleine Sauerei, aber generell ist die Form eine tolle Sache, wenn man etwas Übung hat.

Die Alternative mit der Ravioliform ging bei mir sehr gut, da das Füllen einfacher war durch die große Form und nicht so ein „Geschmiere“ wurde. Im Vergleich zum ersten Versuch mit der Pelmeniform ging es etwa genau so schnell, wobei ich aber denke, dass ich beim nächsten Mal mit der Pelmeniform schneller sein werde.

Viel Spaß mit dem Rezept!

Sandra

Veröffentlicht in Mittagessen Suppen & Eintöpfe Vorspeisen

2 Kommentare

  1. Hallo,

    normalerweise werden die Wareniki oder Pelmeni in Brühe oder mit etwas Butter, Zwiebeln und Schmand gegessen.
    Ich habe mir dann statt der zweiten Variante eine Sauce aus den Resten dieser Gratinsauce (http://www.maulwurfshuegel-online.de/42792/43523.html) gegessen mit etwas Broccoli, war auch sehr lecker 🙂

    Liebe Grüße,

    Sandra

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